Der Arbeitskreis "Döhrener Bergbau und Geschichte"

Um den Sachunterricht mit dem Thema "Döhrener Bergbau" lebensnaher zu gestalten, lud der damalige Schulleiter Manfred Watzlawik im Schuljahr 1981/82 ehemalige Bergleute in die Grundschule Döhren ein, dort ihr Wissen an die Schulkinder weiterzugeben. Viele ehemalige Grubenangehörige folgten dann auch dieser Einladung, um eine so wichtige Zeit nicht in Vergessenheit geraten zu lassen, hatte der Bergbau doch nachhaltig das Leben beider Döhren bestimmt.

Man beschloss die Herausgabe einer Erinnerungsschrift, die Einrichtung einer Bergbauausstellung, die Ausrichtung einer würdigen Erinnerungsfeier. Diese Veranstaltung wurde ein großer Erfolg. Viele hundert Besucher trafen sich in der Grundschule, tauschten Erinnerungen aus, brachten Dokumente mit, würdigten die Arbeit der Veranstalter. Ein großes Gemälde in der Aula erinnert an diesen denkwürdigen Tag. Eigentlich hätte nun Schluss sein sollen. Doch heimatinteressierte Döhrener ließen nicht locker. Es sollte weitergemacht werden. Die Grundschule stellte einen Kellerraum zur Verfügung. Der Arbeitskreis "Bergbau" wurde gegründet. Gab es am Anfang nur eine Karbidlampe, spendeten die Döhrener mehr und mehr Bergbauexponate. Diese Spenden sprengten bald den Bereich des Bergbaus, der Arbeitskreis nahm nun auch die allgemeine "Geschichte" in ihren Namen und in ihre Arbeit auf.

Der Bau einer Schulturnhalle bescherte dem Arbeitskreis einen zweiten Museumsraum. In den ehemaligen Gymnastikraum baute man in historischer Fachwerktechnik kleine Stuben ein, welche eine Schuhmacherei, Stellmacherei, eine Tagelöhnerküche zeigen. Eine weitere Raumzelle bietet die Möglichkeit, wechselnde Ausstellungen zu neuen Themen zu präsentieren. In den alten Kellerraum wurde ein Stollen eingebaut, um die Arbeit im Bergwerk veranschaulichen zu können. Daneben präsentieren wir dort unsere vielfältige Sammlung aus Bergbau und Handwerk. Durch die Beschäftigung mit alten Handwerkstechniken sind wir in der Lage, Vorführungen zu organisieren, beispielsweise Schmiedearbeit, Besenbinden, Korbflechten. Oder Hausarbeiten wie Buttern, Handarbeiten, Kaffee rösten und Lebensmittel eindosen. Die Döhrener sind dadurch gesuchte Mitgestalter von Heimatfesten in der näheren Umgebung.

 

Mitarbeiter des Arbeitskreises Döhrener Bergbau und Geschichte auf der Grünen Woche im Januar 2011 in Berlin.

Im Bild: Kaffee rösten aus Zichorien, Schuhmacherei und Garn spinnen am Rad sowie Besen binden. (Fotos: W. Fricke)

 Am 8.April 2000 wurde das Döhrener Backhaus der Öffentlichkeit vorgestellt. Es befindet sich auf dem Gelände der Grundschule Döhren und ist vom Arbeitskreis Döhrener Bergbau und Geschichte in zweijähriger Bau- und Planungsphase aus alten Backsteinen und Dachpfannen errichtet worden. Etwa einmal monatlich wird der Ofen angeheizt und Döhrener Bürger können dort ihr Brot und Kuchen ausbacken lassen (Anmeldungen und Termine unter "Backhaus")

Inzwischen informiert der Arbeitskreis über weite Bereiche des dörflichen Lebens, besitzt eine umfangreiche Fotosammlung, hält Vorträge und fertigt Filme an, gibt Schriften heraus, bildet im alten Hand- und Hauswerk aus, führt diese Tätigkeiten vor und unterstützt Schulen bei heimatgeschichtlichen Projekten. Regelmäßige Öffnungszeiten ( am 2. Sonntag des Monats von 15.00 – 17.00 Uhr ), nach Voranmeldung gezielte Führungen für Besuchergruppen, Museumsfeste und Sonderausstellungen zeigen, dass sich der Döhrener Arbeitskreis als lebendiges Museum versteht. Bitte beachten Sie dazu unsere Rubrik "Termine"